Stylebook-Logo

Erstes Model mit Down-Syndrom auf der NY-Fashion Week
Ganz schön anders

Die Modewoche in New York startete am Donnerstag mit einer Sensation: Im Rahmen der Show von Designerin Carrie Hammer lief erstmals ein Model mit Trisomie 21 über den Catwalk. Jamie Brewer (30), im wahren Leben Schauspielerin, wird jetzt als Mode-Botschafterin für Toleranz gefeiert.

  • Jamie Brewer

    1/4

    Foto: Getty Images

    Jamie Brewer – Schauspielerin, Aktivistin für geistig Behinderte und neuerdings Model – erobert den Laufsteg der Mercedes-Benz Fashion Week in New York


Das Kleid, das Jamie Brewer auf dem New Yorker Laufsteg trug, hatte Carrie Hammer ihr auf den Leib geschneidert – „die A-Linie schmeichelt ihrer schmalen Hüfte“, so die Designerin im Interview mit der Tageszeitung „Today“. Das Besondere: Brewer ist kein Model, sondern eigentlich Schauspielerin („American Horror Story”), hat keine perfekten Modelmaße – und hat das Down-Syndrom, gilt somit als schwerbehindert.

Anzeige

Mit Handycap auf den Laufsteg
Seit vielen Jahren engagiert sich Brewer in der „Arc of the United States“, einer Organisation für Menschen mit beeinträchtigter, geistiger Entwicklung. Für sie selbst war ihre angeborene Genmutation nie ein Grund, sich zu verstecken, im Gegenteil: Im Alter von 14 Jahren startete sie mit der Schauspielerei und genießt seitdem ihre Rolle als Vorbild. „Junge Mädchen und auch junge Frauen die mich sehen sollen denken: ‚Hey, wenn sie das kann, dann kann ich das auch‘“, so die 30-Jährige gegenüber „Today“.

Vorbilder statt Laufstegschönheiten
Designerin Hammer zeigte am Donnerstag zum zweiten Mal auf der Mercedes-Benz Fashion Week in New York. Schon im vergangenen Jahr rief sie die Kampagne „Role Models Not Runway Models“ (deutsch: „Vorbilder, keine Runway-Models“) ins Leben, schickte damals ihre treue Kundin Dr. Danielle Sheypuk auf den Laufsteg, eine New Yorker Psychologin, die aufgrund einer körperlichen Behinderung im Rollstuhl sitzt. „Dass ich damit ein derartiges Statement machen würde, war eigentlich nie beabsichtigt“, so die Designerin. Vielmehr komme es darauf an, dass ihre Models ihre Stammklientel bestmöglich repräsentierten und inspirierende Persönlichkeiten sind.

Der Trend geht weg vom Perfekten
Hammers Bestrebungen sind nicht die ersten erfreulichen Schritte weg vom Diktat eines perfekten, makellosen Körpers hin zu mehr Toleranz. Vergangene Woche erst freuten wir uns über die erste Übergrößen-Werbung in der „Sports Illustrated“ – einem Magazin, in das es bislang nur die knackigsten aller Models schafften. Und die italienische Modemarke Diesel wirbt aktuell mit dem Model Chantelle Brown-Young (20), Ex-„American Next Topmodel“-Kandidatin mit auffälligen Pigmentstörungen. 


Kommentare