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Damir Doma – diesen Mann müssen Sie sich merken!
Germany's Next Topdesigner

Es gibt nur wenige deutsche Modeschöpfer, die sich international mit den ganz Großen messen können. Klar, jeder kennt Karl Lagerfeld oder Jil Sander. Doch wo bleiben deren Nachfolger? Der deutsche Designer Damir Doma ist in Paris längst ein Star. Absurderweise kennen ihn in seiner Heimat die Wenigsten. Zeit, das zu ändern.

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    Foto: STYLEBOOK

    Ricarda Landgrebe von STYLEBOOK trifft Damir Doma in seinem Pariser Showroom zum Gespräch

Wenn Damir Doma erzählt, will ihm so manch ein deutscher Begiff partout nicht einfallen. Das ist keine Koketterie, vielmehr ist Doma heute in Paris Zuhause. Seit sechs Jahren lebt der gebürtige Kroate und in Süddeutschland aufgewachsene Designer dort. Er hat sich etabliert, gehört inzwischen fest in den Schauenplan und hat einen Laden auf der Luxusmeile Rue du Faubourg Saint-Honoré eröffnet. In der Nachbarschaft: Boutiquen von Just Cavalli, Hogan und Comme des Garçons. Hier gehört er auch her. Denn Damir Doma ist auf dem internationalen Vormarsch. In rund 300 Läden weltweit gibt es seine Kreationen zu kaufen, bei seinen Schauen sitzen die wichtigsten Einkäufer, Modekritiker aus Großbritannien, den USA und Frankreich und feiern ihn als nächsten Armani (passenderweise sind die Anfangszeiten von Armani Domas Vorbild). Das Wichtigste ist aber: Seine Kreationen verkaufen sich extrem gut. STYLEBOOK trifft Damir Doma einen Tag nach der Präsentation in seinem Showroom.

STYLEBOOK: Herr Doma, die Branche ist nach ihrer Show voll des Lobes. Kritisieren Sie doch mal etwas an Ihrer Kollektion!
Damir Doma: Ich bin wirklich zufrieden und wusste schon sehr sehr früh, dass es eine gute und wichtige Kollektion sein wird. Ich habe die Damir-Doma-Frau neu definiert. War sie im letzten Jahr noch romantisch, wirkt sie jetzt urban. Es war meine Idee, dass man in jedem Look direkt auf die Straße gehen kann.




Was ist das Thema?
Ich habe mich der Collagen-Idee angenommen: Verschiedene Materialien prallen aufeinander. Habe ich mich in meinen vergangenen Kollektionen hauptsächlich edler Stoffe bedient, verwende ich diesmal auch Jersey. Dekonstruktion steht im Mittelpunkt. Ich habe Kleider auseinandergenommen und neu zusammengesetzt.

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Neu-Zusammensetzungen sind gerade in Mode. Nicht nur bei Textilien, sondern auch bei den Modehäusern: Hedi Slimane zeigt erstmals für Saint Laurent, Raf Simons präsentiert seine erste Dior-Kolletion. Wo werden wir sie bald sehen?
Ich habe tatsächlich Angebote von wirklich großen Modehäusern bekommen. Aber ich bleibe meinem eigenen Label treu. Es läuft so unheimlich gut, dass ich keine Zeit für andere Designjobs habe und meine Marke will ich nicht im Stich lassen. Da müsste schon Armani kommen...

Warum eigentlich die Pariser Modewoche und nicht die in Berlin?
Berlin kommt nicht in Frage. Nur Paris hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Die Fashion Week in Berlin ist eine Spaßveranstaltung und kann nicht mit Paris verglichen werden. Hier ist der Anspruch so enorm hoch. Mode wird hier als ernsthaftes Geschäft verstanden, bei dem es um Millionenbeträge geht.

Das versteht man in Deutschland nicht?
Nein, dort geht es nur ums Entertainment. Wo sind die wichtigen Einkäufer während der Berlin Fashion Week? Bei den parallel laufenden Männerschauen in Paris. Berlin hat so viel Potential, aber international können sich die Designer nicht behaupten. Das ist schade.

Können Sie Deutschland so gar nichts abgewinnen?
Oh doch, es ist meine Heimat. Ich fahre oft nach Hause aufs Land (Damir ist in der Nähe des Chiemsees in Bayern aufgewachsen, Anm. d. Red.). Dort kann ich runterkommen und Abstand gewinnen. Und auch meine Mode ist von meiner Heimat geprägt. Die klaren Linien, Aufgeräumtheit und Nüchternheit assoziiere ich mit Deutschland.

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