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Ein bisschen Barock, ein bisschen Ethno: Culture-Hopping bei Dries Van Noten

Foto: Getty Images

Ein bisschen Barock, ein bisschen Ethno...
von Susanna Riethmüller
Culture-Hopping bei Dries Van Noten

Der belgische Designer zeigte auf der Fashion Week in Paris, wie spielend man die unterschiedlichsten Einflüsse miteinander mixen kann. Trendfaktor? Herzschlag-in-die-Höhe-treibend hoch.

  • Dries Van Noten: Goldenes Brokat

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    Foto: Getty Images

    Goldenes Brokat, großflächig eingesetzt. Typisch Van Noten bleibt der Schnitt des Kleides dann schlicht: oben Tank-Top, unten weit



Dries Van Noten ist immer ein bisschen cooler als alle anderen Designer: seine Kollektionen, seine Models, seine Shows. Deshalb hörte man bei seiner Präsentation am Mittwoch in Paris in einer riesigen Fabrikhalle auch keine funky Beats oder eingängigen Popsongs. Statt dessen liefen die Models zu monotonen – von Colin Greenwood von Radiohead live gespielten! – Gitarren-Riffs, das klang ungemütlich, thrillig und bleiern. So als wollte er der Fashion-Meute sagen: konzentriert euch, hier kommt gleich etwas Tragendes.

Denn: Dries Van Noten darf als einer der einflussreichsten, sicher aber als der wegweisendste Designer zwischen New York, Mailand und Paris bezeichnet werden. Er brachte uns im vergangenen Jahr das inzwischen riesige 90er-Revival und den Grunge-Look zurück, auf eine hypermoderne, trotzdem modisch leichte Weise. Eine Meisterleistung.

Für den Sommer 2014 mischte Van Noten weitere Epochen und noch mehr kulturelle Einflüsse dazu. Barock (lange Brokat-Westen, opulente Rüschen, Blumenprints wie Öl-Gemälde), Parisienne (kleinteilige Muster auf Flatterstoffen, Leo) und, tatsächlich, ganz viel Ethno (Ikat- und Web-Muster, Paspel-Ketten, sogar Muschelgürtel.)

Passt das zusammen? Ja! Weil die Farbpalette in sich schlüssig blieb und weil der Mix zwar wild, aber nicht aufreizend war. Allerdings, wer über diese Frage überhaupt nachdenkt, hat eigentlich schon verloren. Man darf ja nicht vergessen, wofür Dries Van Noten berühmt ist: er macht Avantgarde tragbar.

Mein Lieblings-Look: Ein überschäumender Rüschen-Plisseerock, getragen zum schlichten, grauen Sweater. Eine Idee, so verführerisch und einfach, dass sie wohl genial sein muss.

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