Stylebook-Logo Fashion Week Berlin Stylebook Logo

Bread & Butter geht nach Barcelona
Das Aus für den Mode-Standort Berlin?

Keine guten Nachrichten für Berlin: Die Modemesse Bread & Butter, die weltweit wichtigste Messe für Denim- und Streetwear, zieht nach Barcelona – jedenfalls im Winter 2015. Außerdem wird es erstmals eine Messe in Seoul, Südkorea, geben. Ist dies das Ende der Berliner Modewoche?

  • Bread & Butter Berlin

    Foto: Marco Magnano

    Am Dienstagabend wurde die Bread & Butter in Berlin eröffnet. Das nächste Mal wird das in einem Jahr passieren: Im Winter findet die Messe nur noch in Barcelona statt

Am Dienstag wurde die Bread & Butter im Rahmen der Berlin Fashion Week eröffnet. Zweimal jährlich lockt die Modemesse internationale Fachbesucher in den Hangar des stillgelegten Flughafens Tempelhof – bis jetzt: Ab der nächsten Saison soll die Modemesse nur noch im Sommer in Berlin stattfinden.

Anzeige

Wie Messechef Karl-Heinz Müller bestätigte, dient ab 2015 die Fira de Barcelona als dauerhafte Location im Winter. Darüber hinaus gab Müller einen neuen, dritten Standort bekannt: Vom 3. bis 5. September des kommenden Jahres lädt die Veranstaltung erstmals nach Seoul und ist damit erstmals nicht nur in Europa vertreten.

Für den Modestandort Berlin sind die Neuerungen keine guten Nachrichten. Seit Jahren versucht die Hauptstadt mit den großen Fashion-Metropolen Mailand, Paris, London und New York mitzuhalten. Mit der Bread & Butter hat die parallel laufende Mercedes-Benz Fashion Week ein großes Zugpferd im Rücken, lockt zusätzlich internationales Fachpublikum - und gäste in die Hauptstadt, die sonst den Weg wahrscheinlich nicht finden würden. Ob die nun im Januar trotzdem nach Berlin kommen, bleibt spannend.

Es ist nur eines von vielen Ereignissen der letzten Zeit, die die Zukunft Berlins als ernsthafte Fashion-Metropole fraglich machen. Erst im Februar verkündete das umjubelte Designer-Duo Achtland, das es seine Mode nicht mehr in Berlin, sondern London zeigen werde, um internationaler zu werden. Deutschlands größte und international bekannteste Modemarke, Hugo Boss, zeigt längst in New York statt in Deutschlands Hauptstadt – und das wird sich unter dem neuen Chefdesigner Jason Wu auch nicht allzu schnell ändern.

Bread & Butter-Chef Müller selbst ist erfreut darüber, dass die in Deutschland gegründete Fachmesse immer internationaler wird. „Wir sind jetzt in den besten europäischen Städten vertreten“, teilt er in einem offiziellen Statement mit. Und Seoul, als „sehr junge, fortschrittliche, hungrige“ Stadt, ist in seinen Augen ein idealer Zugewinn für den „Grand Slam“, wie er seine neue Strategie in Anlehnung an die vier wichtigsten Tennisturniere der Welt nennt. Auch den vierten Standort hat Müller im Visir: „Jetzt wartet nur noch der amerikanische Kontinent auf uns...“

Es ist zu hoffen, dass diese Internationalität auch wirklich ein Gewinn für die Designer und den Mode-Standort Berlin ist.

Kommentare