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Blogger Fabian Hart im Interview
von Alexandra Kusserow
„Mode ist so viel mehr als Kleidung“

Fabian Hart platzierte sich mit seinem gleichnamigen Online-Magazin in der Hit-List der wegweisenden Blogger Deutschlands. Auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin sprachen wir mit ihm über Mode als Ausdrucksform – und darüber, warum sich offline sein manchmal wie tot sein anfühlt.

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    Foto: fabianhart.com

    Hart Work: Fabian Hart scannt Trends und veröffentlicht diese seit 2009 auf seinem gleichnamigen Blog. Seinen Look zur Fashion Week in Berlin gibt‘ zum Nachstylen via „Get The Look“

Bereits während seines Studiums veröffentlichte Fabian Hart als freier Journalist Artikel und Kolumnen für unterschiedliche nationale und internationale Print-Magazine. Mittlerweile doziert er selbst Mode- und Onlinejournalismus an der Akademie für Mode & Design in Hamburg (AMD).

Vor fünf Jahren launchte er seinen Mode-Blog und damit auch sein Online-Alter-Ego: Fabian Hart. Seit fünf Monaten hat er sich dieser, wie er sie selbst nennt, „One Man Show“ hauptberuflich verschrieben. STYLEBOOK traf ihn zum Interview auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin:

STYLEBOOK: Nationale Medien feiern Sie derzeit als DEN deutschen Modeblogger. Wie gut kleidet Sie dieser Begriff?
Fabian Hart: DEN deutschen Modeblogger gibt es nicht, aber ich wertschätze die Anerkennung. Ich benutze auch die Begriffe E-J, Internetjockey oder Blogger – tausend Namen und alle sind wahr.

Neben Modethemen finden auf FabianHart.com auch Musik, Literatur und Fotografie statt. Was gefällt Ihnen daran, unterschiedliche Kulturphänomene miteinander zu verknüpfen?
Mode ist ja nichts anderes als eine Art und Weise, bestimmte Dinge für einen gewissen Zeitraum zu verstehen oder auszuführen. Dazu gehört so viel mehr als Kleidung...

Und in welcher dieser Ausdrucksformen fühlen Sie sich am wohlsten?
Ich fühle mich in den meisten Ausprägungen der Mode wohl. Beispielsweise sehe ich Musikvideos als die neuen Lookbooks, sie wohnen längst nicht mehr im TV, sondern online. Oder: Im letzten Jahr gewann Alice Munro den Literaturnobelpreis – eine Dame, die Kurzgeschichten schreibt. Vielleicht gewinnt irgendwer irgendwann einen Literaturnobelpreis für Tweets...

Vor wenigen Tagen feierten Sie in Hamburg den Relaunch Ihres Blogs mit circa 400 geladenen Gästen. Wie hat sich Ihre Seite weiter entwickelt?
In den letzten eineinhalb Jahren habe ich durch tägliches Bloggen herausgefunden, dass ich integrativer arbeiten möchte. Also Inhalte anderer Plattformen, wie beispielsweise Twitter oder Instagram, als FabianHart-Hauptinhalte stattfinden lassen möchte. Auf den meisten Blogs finden diese Medien eher klein und unauffällig in einer Taskleiste links oder rechts der Blogbeiträge statt. Das habe ich geändert. Auch visuell möchte ich noch einprägsamer werden. Das hieß für mich: dezenteres Logo, Abschaffung des übergroßen Headers.

Eigentlich heißen Sie ja gar nicht Hart mit Nachnamen, sondern Kölmel.
Der „neue“ Nachname hilft mir, bei all der Öffentlichkeit noch privat zu sein.

Job versus Privatleben, online kontra offline, Netz oder Wirklichkeit: Wie viel Fabian Kölmel steckt denn auf FabianHart.com?

Es ist alles eins. Job und Privatleben, Freunde und Kollegen, Urlaub und Business-Trip.

Und wann erlebt man Sie mal offline?

Mein Smartphone oder den Computer ausschalten? Das würde sich ein bißchen nach Töten anfühlen.

Das hört sich auch anstrengend an...

Niemand hat gesagt, es würde einfach.

Gerade erst fand in Berlin die Mercedes-Benz Fashion Week statt. Ihr Look zur deutschen Modewoche im Januar 2014?

Ich will kein Fashion-Clown sein oder mich verkleiden, deshalb entscheide ich mich für einen Hart-Classic: Sneakers, ein lässiges T-Shirt und eine Caban- oder Bomber-Jacke.

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Welche modischen Trends sehen Sie für den kommenden Sommer auf deutschen Straßen?
Das Schöne ist: Man sieht alles. Mode bedeutet heute immer Moden. Den EINEN Sommertrend gibt es nicht mehr. Ich hoffe jedoch, weniger Flip-Flops zu sehen. Da steckt der Flop doch schon im Namen.

Auf den internationalen Fashion Weeks wie online sieht man Sie mit Blogger-Größen wie BryanBoy (32) oder Derek Blasberg (31), die in den Front Rows sitzen. Entwickeln sich durch gemeinsame modische Leidenschaft Freundschaften?
Die Modewelt ist eine Blase und das meine ich grundsätzlich nicht negativ. Man begegnet immer wieder denselben Personen. Über die meisten freut man sich. Mit Bryan bin ich seit ein paar Jahren gut befreundet. Aber ich bin kein Show-Gänger. Ich steh' nicht auf das Gewusel. Ich kann mich dann schlecht auf den eigentlichen Protagonisten konzentrieren – die Kleidung.

Der Hart-Look zum Nachshoppen:



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