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Die Geschichte der Berlinale
Stars, Skandale & tolle Filme

Mit 395 Filmen und jährlich etwa 300.000 verkauften Eintrittskarten zählt die Berlinale mittlerweile mit den Kinofestivals von Cannes und Venedig zu den renommiersten der Welt mit dem weltweit größten Publikum. Doch der Anfang 1951 war noch recht bescheiden.

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    Foto: Heinz Köster/Stiftung Deutsche Kinamthek

    Die ersten Filmfestspiele 1951 fanden im Titania-Palast in Steglitz statt. Schon im Folgejahr zog die Berlinale in den Zoo-Palast

Die erste Berlinale wurde am 6. Juni 1951 unter der Leitung von Alfred Bauer im Titania-Palast in Steglitz veranstaltet. Eröffnet wurden die Filmfestspiele von Hitchcocks „Rebecca“. Einen der fünf Goldenen Bären gewann der Lieblingsfilm des Publikums: die Walt-Disney-Produktion „Cinderella“, dessen Remake bei der diesjährigen Berlinale gezeigt wird.

Die erste Jury
1956 wurde erstmals eine internationale Jury eingesetzt, um die Goldenen und Silbernen Bären zu vergeben. Mittlerweile war das Festival an den Kurfürstendamm gezogen, wo es sich als „Schaufenster der freien Welt“ etablierte.

1976 gab Alfred Bauer die Leitung des Festivals an den Filmjournalisten Wolf Donner ab. Dieser verlegte den Berlinale-Termin 1978 vom Juni in den Februar. 1980 übernahm der Schweizer Moritz de Hadeln die Festspielleitung. De Hadeln war in der Folgezeit nicht unumstritten, denn er suchte einen Mittelweg zwischen dem großen internationalen Starkino und künstlerisch anspruchsvollen Filmen.

Bär für DDR-Film
Mit dem Film „Die Frau und der Fremde“ von Rainer Simons wurde 1985 zum ersten Mal ein Film aus der DDR mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Der letzte Film, der im Zoo-Palast geehrt wurde, war das amerikanische Kriegsepos „Der schmale Grat“ von Terrence Malick. Im Februar 2000 zogen die Internationalen Filmfestspiele Berlin an den neuen Potsdamer Platz, und ein Jahr später übernahm Dieter Kosslick die Leitung.

Berlinale-Skandale
Ein Aushängeschild der Berlinale ist stets der Versuch, politische Zeichen zu setzen. Da bleiben Skandale nicht aus.

Den Größten verursachte 1970 Michael Verhoevens Vietnam-Drama „O.K.“. Am Tag nach der Vorführung gab die Jury bekannt, sie wolle den Film aus dem Wettbewerb nehmen, weil dieser gegen die Statuten der Festspiele verstoße. Daraufhin formierte sich eine riesige Protestwelle, Journalisten und Regisseure solidarisierten sich mit Verhoeven. Das Ende vom Lied: Die Jury löste sich selbst auf. Zum ersten und einzigen Mal in der Berlinale-Geschichte gab es weder den Goldenen noch die Silbernen Bären.

Neun Jahre später war wieder ein Vietnam-Film der Auslöser für einen Skandal. Mitten in der Hochphase des Kalten Kriegs, reisten die sowjetischen Festivalteilnehmer vorzeitig ab. Sie protestierten gegen das in ihren Augen propagandistische Vietnamkriegsdrama „Die durch die Hölle gehen“.

RAF-Eklat
1976 erregte das japanische Meisterwerk „Im Reich der Sinne“ die Gemüter. Der Film wurde während der Premiere aus dem Projektionsraum des Kinos heraus von der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Pornographie konfisziert.

Und auch ein deutscher Film sorgte für ordentlich Wirbel: Reinhard Hauffs „Stammheim“. Der Film über den Prozess gegen die RAF-Terroristen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe wurde 1986 zum besten Film gekürt. Doch die Jury-Vorsitzende Gina Lollobrigida distanzierte sich mit „I was against this film“ öffentlich während der Preisverleihung von der Jury-Entscheidung. Damit verstieß die Italienerin gegen ihre Schweigepflicht. Ein unerhörter und einmaliger Vorgang.

Dabei wollte sich die Berlinale mit Gina Lollobrigida als Jury-Präsidentin den verblichenen Glanz und Glamour goldener Kinozeiten zurückholen. Denn Stars wie Cary Grant, Sophia Loren, Gary Cooper, Romy Schneider und eben Gina Lollobrigida sowie die heutige Hollywood-Elite sorgten und sorgen seit jeher für die Strahlkraft der Berlinale.

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